Logbuch 2014 (Aug. – Sept.)

Samstag 30.08.2014

Heute geht es los. Eigentlich hatte ich nicht mehr damit gerechnet, dass ich in diesem Jahr noch einmal aufs Wasser kommen würde, aber der Wunsch war zu groß doch noch ein Schiff in den Niederlanden zu chartern.
So trafen wir uns heute um 7:30 Uhr mit Peter und Nicole bei uns, um uns auf den Weg nach Echternerbrug zu machen. Da wir etwas mehr Gepäck hatten, fuhren wir dieses mal mit zwei Autos.
Auf Grund einer Vollsperrung der N50 mussten wir einen kleinen Umweg fahren und kamen gegen 9:40 Uhr bei Turfskip an.

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Unser Schiff die Pollux lag schon zum Beladen bereit und so konnten wir direkt mit den Autos vorm Schiff zum Entladen halten.
Nach dem Einchecken und Beladen, folgte noch eine Einweisung durch Herrn Wind, in die Technik des Schiffes und dann wurde uns die Pollux für die nächste Woche übergeben.

Um kurz nach 11 Uhr verließen wir den Heimathafen und fuhren, nachdem wir die Bücke von Echternerbrug passiert hatten, auf das Tjeukemeer.

Hier steuerten wir zuerst einen Marrekrite-Anlegeplatz an der Marchjepolle an, um eine kleine Pause zu machen und einen Kaffee zu trinken.

Für heute wollten wir noch bis nach Sloten und hatten also nur noch eine kleine Strecke zu fahren. Am Nachmittag machten wir dann am Campingplatz De Jerden fest. Diesen Liegeplatz kenne ich schon von früheren Touren und mache dort immer wieder gerne fest. Man kann dort die Sanitäranlagen des Campingplatzes mit nutzen und auch WLAN für den Kontakt zu Außenwelt wird einem dort geboten.

Den sonnigen Nachmittag nutzten wir für einen Rundgang durch den Ort mit Softeis. Vor der Gaststätte Zeven Wouden fanden wir ein schönes Plätzchen und beobachteten das Treiben im Ort bei Kaffee und einem Bierchen.

Sloten ist die kleinste Stadt (mit Stadtrechten) der Niederlande. Sie liegt in der Nähe des Slotermeers. Der Ort gehört zu den elf friesischen Städten.
Den Tag ließen wir gemütlich an Bord ausklingen.

Daten:
Abfahrt Yachtcharter Turfskip
Fahrtzeit 2 Stunden 30 Minuten (reine Fahrzeit ohne Pause)
Entfernung 14 km
Ziel Sloten

 

Sonntag 31.08.2014

In der Nacht hatten wir mehrere kräftige Regenschauern. Gegen 7:00 Uhr sind wir aufgestanden. Wir hatten gestern nicht darauf geachtet, dass wir den Schlüssel zu den Duschen sonntags erst um 10:30 Uhr abgeben konnten. Also konnten wir uns beim Frühstücken richtig Zeit lassen.

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Während des Frühstücks ging noch einmal ein kräftiges Gewitter über Sloten nieder, doch schon nach kurzer Zeit war der Spuk vorbei und die Sonne kam zum Vorschein.
Die Rezeption des Campingplatzes war dann doch schon früher besetzt und wir konnten schon um 10:15 Uhr ablegen.

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Über das Slotermeer gelangten wir nach Woudsend, wo wir ganz alleine die Stadt durchquerten.

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Auf der Wijde Wijmerts folgten wir einem Plattbodensegler bis nach Ijlst.

Pünklich um 12:00 Uhr erreichten wir die Opaalbrug in der Ortsdurchfahrt von Ijlst und mussten feststellen, dass die Brückenwärter pünktlich Pause machen.

So nutzen auch wir die Zeit für einen Kaffee.

Genau so pünktlich wie der Brückenwärter seine Pause begann, öffnete er ab 13:00 Uhr wieder für den Schiffsverkehr.
Nachdem sich der kleine Stau in Ijlst aufgelöst hatte fuhren wir weiter nach Sneek.

In Sneek machten wir einen kleinen Stadtbummel und stärkten uns mit Frikandel-Spezial und Patat.

Sneek entstand im Mittelalter auf einer Warft.
Im Jahre 1492 begann man damit, die Stadt zu ummauern. Sneek galt als einzige friesische Stadt, die völlig ummauert war. Von den Befestigungsanlagen ist das Wassertor (de Waterpoort) noch erhalten.

Heute wollten wir an einem Marrekrite-Anlegeplatz im Sneekermeer übernachten, also machten wir gegen 15:00 Uhr die Leinen los, durchfuhren Sneek und über den Houkesloot gelangten wir aufs Sneekermeer.

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Am Marrekrite-Anlegeplatz am Grootschar machten wir für den Abend fest.

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Mit etwas Fleisch vom Grill, einem Bier und einem herrlichen Sonnenuntergang, ließen wir den Tag ausklingen.

Daten:
Abfahrt Sloten
Fahrtzeit 1 Stunden 55 Minuten
Entfernung 11,6 km
Ziel Ijlst

Abfahrt Ijlst
Fahrtzeit 0 Stunden 45 Minuten
Entfernung 4,2 km
Ziel Sneek

Abfahrt Sneek
Fahrtzeit 0 Stunden 50 Minuten
Entfernung 5 km
Ziel Grootschar (Marrekrite-Anlegeplatz im Sneekermeer)

 

Montag 01.09.2014

Strahlender Sonnenschein weckte uns heute wieder sehr früh. Das Sneekermeer war spiegelglatt und ein einsamer Fischer leerte seine Reusen in unserer Nachbarschaft.

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Peter legte die Pollux um 9:45 Uhr ab und wir machten uns auf den Weg. Unser erstes Ziel für heute war Grou.
Wir fuhren nicht den kürzesten Weg, über den Prinses-Margriet-Kanaal, sondern nahmen den landschaftlich schöneren Weg über Akkrum und die Kromme Knillis.

In Grou machten wir im Passantenhaven, in dem reichlich Liegeplätze frei waren, fest. Ab dem späten Vormittag, kam etwas stärkere Bewölkung auf, aber es blieb den ganzen Tag trocken.

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Wärend der Mittagszeit machten wir dann einen Bummel durch das Städtchen und den Yachthafen.

Gemütlich fuhren wir dann anschließend durch das Naturschutzgebiet Alde Feanen und Princenhof.

Dieses 2500 Hektar große Naturschutzgebiet ist ein National Park, gehört zu den natürlichen Tiefmoorgebieten West – Europas. In diesem, unter der Verwaltung von It Fryske Gea stehendem Naturgebiet geben nicht die Menschen, sondern die Pflanzen und die Tiere (besonders Mücken) den Ton an.

Über Eernewoude gelangten wir dann zu unserem Liegeplatz für die Nacht.

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Heute blieben wir auch wieder an einem Marrekrite-Anlegeplatz und machten am Grutte Bleipet, vor der Einfahrt zum Geeuw fest.

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Es war eine sehr kurze Nacht, weil wir sehr viel Zeit damit verbracht hatten Mücken zu jagen, die sich hier im Princenhof sehr wohl fühlen.

Daten:
Abfahrt Grootschar
Fahrtzeit 2 Stunden 17 Minuten
Entfernung 18 km
Ziel Grou

Abfahrt Grou
Fahrtzeit 2 Stunden 10 Minuten
Entfernung 16,5 km
Ziel Princenhof (Marrekrite-Anlegeplatz Grutte Bleipet, vor der Einfahrt Geeuw)

 

Dienstag 02.09.2014

Heute morgen lassen wir uns etwas Zeit und legen erst so gegen 10:30 Uhr ab.
Wir fahren noch einmal langsam Richtung Eernewoude, weil wir dort noch Wasser nachfüllen wollen.

Von Eernewoude aus fahren wir über das Sijebuurster Ee und der Wijde of PeansterEe nach Akkrum.
Unser Ziel für heute abend ist Joure. Ohne Pause fahren durch und machen um 16:45 Uhr im Passantenhaven von Joure fest.

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Joure liegt etwas abseits des allgemeinen Touristenstroms. Trotzdem lohnt ein Besuch, denn der Ort ist durchaus sehenswert. Früher war Joure ein wichtiger Standort für die Uhrenindustrie und den Schiffsbau. 1753 begann überdies Douwe Egberts ein Geschäft mit Kaffee, Tee und Tabak.

Eigentlich wollten wir in der Orangerie direkt am Hafen essen gehen, doch leider hatte die Ruhetag.

Wir entschließen uns dann im Ort eine Kleinigkeit zu essen und nach einem Stadtbummel genießen wir den Abend gemütlich an Deck sitzend.

Daten:
Abfahrt Princenhof
Fahrtzeit 6 Stunden 5 Minuten
Entfernung 38 km
Ziel Joure

 

Mittwoch 03.09.2014

Um 9:50 Uhr lösen wir heute die Leinen und fahren Richtung Sneek.

Am Houkesloot, kurz vor der Einfahrt nach Sneek, machen wir noch ein einer Vuilwater-Station fest, um unser Abwasser abzupumpen.

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Nach der Durchfahrt durch Sneek machen wir dann um 12:15 Uhr an einem Marrekrite-Anlegeplatz fest, um die Pause des Brückenwärters in Ijlst abzuwarten.

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Nicole nutzt die Zeit für eine kleine Abkühlung und wir genießen die Sonne auf dem Deck.
Um 13:00 Uhr fahren wir weiter und kommen ohne Wartezeit durch Ijlst.
An der Brücke vor der Spoorbrug, Richtung Bolsward, müssen wir eine ½ Stunde warten, bis der Zug durch ist.

Bolsward lassen wir an steuerbord liegen und fahren weiter Richtung Makkum.
In Tjerkwerd müssen wir auf den Van Panhuijskanaal abbiegen. Direkt zum Eingang in den Kanal liegt die Van Panhuijsbrug. Vor dieser Brücke müssen wir fast 20 min warten.

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Warum wir dort warten mussten, weiß ich bis heute nicht. Es kommt schon mal vor, dass wir vor Brücken auf die Durchfahrt von Bussen warten, aber in der Zeit, in der wir vor der Brücke lagen ist kein Bus gekommen und auch der Straßenverkehr war nicht übermäßig groß. Das grüne Licht das ihr auf dem Foto seht, das ja dafür steht, dass man sich bereit machen soll, brannte auch die ganze Zeit.

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Der Wasserspiegel des Van Panhuijskanaal ist hier deutlich höher, als die Landfläche der umliegenden Wiesen.

Makkum ist auch für mich Neuland, da Andrea und ich bis jetzt auch noch nicht dort waren. Also sind wir sehr gespannt was uns in dieser kleinen Hafenstadt erwartet.

Um 16:15 Uhr haben wir an der Grote Zijlroede in Makkum festgemacht.

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Dort liegt man mitten im Zentrum unweit vom Hafen vor einer schönen Kulisse.
Im Mittelalter wurde Makkum das „Tor zur Zuiderzee“ genannt. Das einst verschlafene Fischerdorf gedieh damals zu einem bedeutenden Handelszentrum mit einer Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert. Seinen Wohlstand verdankte die Stadt vor allem dem Brennen von hochwertigem Kalk.
Seit Mitte der 1980er Jahre ist Makkum bei Windsurfern beliebt geworden. Dies ist einerseits auf seinen am IJsselmeer seltenen Sandstrand zurückzuführen. Andererseits besitzt Makkum ein Stehrevier, was bedeutet, dass das Wasser bis weit ins Meer hinein nur Kniehöhe erreicht, so dass das Üben für Surfanfänger gefahrlos möglich ist. Heute besitzt Makkum mehrere Häfen für Segelboote und einen großen Campingplatz.

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Am Hafen genehmigten wir uns dann eine große Portion Kibbeling bevor wir uns, durch das historische Zentrum wieder auf den Weg zum Schiff machten.

Daten:
Abfahrt Joure
Fahrtzeit 2 Stunden 55 Minuten
Entfernung 18 km
Ziel Ijlst (Marrekrite-Anlegeplatz)

Abfahrt Ijlst
Fahrtzeit 3 Stunden 5 Minuten
Entfernung 20 km
Ziel Makkum

 

Donnerstag 04.05.2014

Unsere heutige Tour sollte bis nach Lemmer gehen, da Peter die Stadt aus der Vergangenheit kannte und gerne einmal sehen wollte, was sich so verändert hat.

Nachdem Frühstück hieß es um 9:10 Uhr Leinen los und wir machten uns auf den Weg. Im Binnenhafen drehten wir die Pollux und fuhren den den Van Panhuijskanaal zurück. Von Land ist Makkum, für größere Schiffe, nur über diesen Kanal zu erreichen, so dass wir den gleichen Weg wie gestern wieder zurück mussten.

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Vor der den Van Panhuijsbrug mussten wir mit anderen Schiffen wieder 20 min warten. Genau wie gestern war nicht ersichtlich, warum der Brückenwärter die Brücke nicht bediente. Am Verkehr oder an Bussen hat es jedenfalls nicht gelegen. Wer weiß vielleicht hat er auch nur gewartet, bis seine Frau die Kinder zur Schule gebracht hat.

Über den Workumertrekvaart fuhren wir dann Richtung Workum.
Hier hatten wir dann mal Glück mit einer Spoorbrug. Gerade als wir die Brücke passiert hatten, schaltete die Ampel auf Rot und die Schiffe hinter uns, die uns die ganze Zeit begleitet hatten, mussten leider warten.

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Durch das Heegermeer fuhren wir dann nach Woudsend und anschließend noch einmal durch Sloten.

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Da wir nun schon September hatten und damit auch schon in der Nachsaison waren, hatte ich gehofft, vielleicht direkt in der Stadt, an der Zijlroede einen Liegeplatz zu bekommen. Aber als wir gegen 15:00 Uhr durch Lemmer fuhren, musste ich erkennen, das selbst in der Nachsaison die besten Liegeplätze schon früh belegt waren.
Also fuhren wir ganz durch Lemmer durch um im Binnenhaven vor der Schleuse unser Glück zu versuchen. Dort waren genügend Plätze frei und wir konnten die Pollux um 15:10 Uhr festmachen.

Lemmer ist einer von Frieslands bedeutendsten Wassersportorten und hat eine Zentrumsfunktion für den Süden der Provinz Friesland. Egal, ob Segler oder Motorbootfahrer, Lemmer ist eines der beliebtesten Anlaufziele und das merkt man, wenn man hier in den Sommermonaten einen Liegeplatz sucht. Die besten Plätze sind schon mittags belegt, falls sie überhaupt freigemacht werden.
Wir machten uns auf zu unserem letzten Landgang, denn morgen früh geht es ja schon wieder Richtung Heimathafen.

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Nach einem schönen Bummel durch Lemmer, bei dem auch eine Portion Kibbeling nicht fehlen durfte, genossen wir einen herrlichen Sommerabend im Binnenhafen.

Daten:
Abfahrt Makkum
Fahrtzeit 6 Stunden 5 Minuten
Entfernung 44 km
Ziel Lemmer

Freitag 05.09.2014

Heute ist der letzte Tag an Bord. Wir sind etwas früher aufgestanden, da wir auf jeden Fall vor 12:00 Uhr an der Brücke von Echternerbrug sein wollten. Von 12–13 Uhr macht der Brückenwärter dort Pause. Die Pollux mussten wir bis 14:00 Uhr abgeben.

Um 9:00 Uhr legten wir ab und durchfuhren so ziemlich als erste das noch verschlafen wirkende Lemmer.

Über das Groote Brekken und den Follegasloot gelangten wir bei gemütlicher Fahrt ins Tjeukemeer.
Kurz nach 11:00 Uhr passierten wir die Brücke von Echternerbrug und machten anschließend die Pollux im Heimathafen am Anleger von Turfskip fest.

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Die Rückgabe des Schiffes war problemlos und bei einem Kaffee konnten wir die Eindrücke der letzten Woche noch einmal auf uns wirken lassen.

Mit unserem Charterunternehmen waren wir sehr zufrieden, der Service bei Turfskip ist freundlich und man fühlt sich als Kunde gut aufgehoben. Unser Schiff war sauber und technisch in einem einwandfreiem Zustand. Wir werden gerne wieder kommen!

Wir haben eine schöne Woche, mit tollem Wetter, auf den friesischen Gewässern verbracht und haben uns super erholt. Ich habe es nicht bereut, dass ich die ausgefallene Tour doch noch machen konnte. Nur für Christa war es schade, denn ich glaube sie wäre gerne dabei gewesen.
Ich weiß, dass ich nicht an Christas Logbücher heran komme. Aber ich hoffe, dass ich trotzdem etwas von dem, was wir erlebt haben, wieder geben konnte.

Daten:
Abfahrt Lemmer
Fahrtzeit 2 Stunden 15 Minuten
Entfernung 16 km
Ziel Echternerbrug

 

Spellen im September 2014

Georg Jakobs

Törnbilder:

Spellen im September 2014

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